Kokainsucht Entsteht Aus Begierde, Nicht Aus Der Droge
Kokainsucht Entsteht Aus Begierde, Nicht Aus Der Droge

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Anonim

Kokain verändert das Gehirn erst nach freiwilligem Gebrauch.

Wissenschaftler wissen das Suchtmittel können die Schaltkreise des Gehirns durcheinander bringen und seine Belohnungssysteme entführen. Eine Rattenstudie am 31. Juli in der Zeitschrift Neuron zeigt jedoch, dass psychologische Faktoren möglicherweise maßgeblicher zur Entstehung dieser Veränderungen beitragen als die chemischen Wirkungen eines Arzneimittels. Der Kokainkonsum löst laut Studie lang anhaltende zelluläre Erinnerungen im Gehirn aus - allerdings nur, wenn der Konsument das Medikament freiwillig konsumiert.

Ein Team unter der Leitung von Billy Chen und Antonello Bonci, beide an der University of California in San Francisco, trainierte drei Gruppen von Ratten, um Hebel zu drücken, die Kokain, Lebensmittel oder Zucker lieferten. Die Forscher injizierten Kokain in eine vierte Gruppe. Bei der Untersuchung des Gehirngewebes der Ratten stellten sie bei den Ratten, denen selbst Zucker, Futter oder Kokain verabreicht worden war, eine Zunahme der synaptischen Stärke innerhalb des Belohnungszentrums fest. Diese zellulären Erinnerungen waren in der Zucker- und Lebensmittelgruppe nur von kurzer Dauer, aber bei Ratten, denen Kokain selbst verabreicht worden war, blieben sie bis zu drei Monate bestehen, nachdem der Konsum aufgehört hatte. Interessanterweise zeigten die Gehirne von Ratten, die unfreiwillig Kokain konsumiert hatten, keine solchen Abdrücke.

Die Ergebnisse zeigen, dass die pharmakologischen Wirkungen von Kokain allein nicht ausreichen, um belohnungsassoziierte Erinnerungen zu schaffen, sagt Bonci. "Stattdessen scheint die Motivation für die Einnahme des Arzneimittels auch eine Schlüsselkomponente in diesem Prozess zu sein."

Das Team arbeitet daran, Wege zu finden, um das durch den freiwilligen Kokainkonsum hinterlassene zelluläre Langzeitgedächtnis zu beseitigen, das letztendlich zur Behandlung der Sucht beim Menschen beitragen könnte, indem der Wunsch, aktiv nach dem Medikament zu suchen, beseitigt wird, sagt Chen.

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